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Angst gehört zum Leben dazu. Ein inneres Signal das uns vor Bedrohung schützt. Als Phobie wird die spezifische Angst vor Gegenständen oder Situationen bezeichnet. Ein Thema das viele betrifft doch kaum jemand darüber spricht. Für jeden bedeutet Angst etwas anderes. Körperliche Reaktion, Gedanken und Gefühle unterscheiden sich von Person zu Person. In diesem Artikel möchte ich die Merkmale einer Phobie herausstellen und beleuchten wie Angst entsteht.

Kennst du Angst vor Spinnen, vor Gewitter, vor Aufzügen oder engen Räumen? Betroffene selbst erscheint ihre heftige Angstreaktion unverständlich. Da helfen auch gute Ratschläge wie, „du musst dich zusammennehmen“, oder „lass dich nicht so gehen“ nicht weiter. Angstbewältigung ist möglich, es erfordert sehr viel Zeit und die aktive Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten. Weil in meinem Umfeld Angst sehr präsent ist habe ich mich in den letzten Monaten intensiv damit beschäftigt.

Phobie und ihre Merkmale
  • Intensive Angst

Ungefährliche Dinge, Tiere oder Situation lösen starke Angstgefühle aus, diese können bis zur Panik reichen

  • Ausgeprägtes Vermeidungsverhalten

Die Angst ist auf bestimmte Bereiche begrenzt. Diese Situationen werden vermieden. Zum Beispiel nutzt man die Treppe anstatt dem Aufzug.

  • Missverhältnis zwischen Angstreiz und Angstreaktion

Die Angstreaktion steht in keinem Verhältnis zum Angstauslöser. Zum Beispiel beim Anblick einer Spinne, schreien und davon laufen

  • Intensive körperliche Begleiterscheinungen

Körperreaktionen wie Schwitzen, Zittern und Herzklopfen treten bereits auf, wenn an die Angstauslösende Situation gedacht wird.

  • Generalisierung der Angst

Dauert die Angst länger an, kann sie sich auf ähnliche Situationen ausweiten. Gibt es die Angst vor überfüllten Verkehrsmitteln, kann diese Angst auch bei anderen Orten ohne Fluchtmöglichkeit auftreten, wie zum Beispiel im Kino.

  • Angst engt ein

Die Vermeidung Angstauslösender Situationen schränkt das soziale Leben ein. Die Lebensqualität leidet. Die Folge ist ein Rückzug aus dem gesellschaftlichem Leben.

  • Selbstzweifel

Viele Betroffene können ihre Angst selbst nicht verstehen. Sie fühlen sich allein und betäuben ihr Sorgen mit Tabletten und Alkohol. Das wiederum kann zur Abhängigkeit führen und verstärken die bereits vorhanden Selbstzweifel

Eine Phobie wird als eine spezifische, unbegründete, irrationale Angst definiert. Diese Ängste sind nicht eingebildet. Das unangenehme Gefühl löst eine Angstreaktion auf verschiedenen Ebenen des Erlebens aus.

Verhalten: Vermeidung von Angstsituationen

Gedanken: Angst vor der Angst

Körper: Alarmreaktion des Körpers

Ursachensuche der Phobie

Wie eine Phobie entsteht ist immer wird immer wieder in wissenschaftlichen Studien ergründet. Warum könne objektiv ungefährliche Dinge eine so intensive Angst bewirken? Die Psychologie kennt eine Reihe von Erklärungsmodellen wie Körper und Psyche zusammen wirken.

Eltern prägen das Verhalten. Erlebnisse in der Kindheit, auch wenn sie vergessen wurden haben Einfluss auf die Entstehung von Ängsten. Für ein Kind ist die Trennung der Eltern, überhöhte Anforderungen oder Ablehnung prägend. Dadurch kann die Entwicklung des Selbstwertgefühls leiden. Das Vertrauen in die eigen Fähigkeiten geht verloren und bekommt erst gar nicht die Möglichkeit zu wachsen.

Im Erwachsenen Alter ist Stress ein Auslöser für Ängste. Belastungen im Alltag, Konflikte, Überforderung und Zeitdruck erhöhen das Anspannungsniveau. Persönliche Laster wie Kaffee, Rauchen und Alkohol sind für den Körper zusätzlicher Stress. Auch zu wenig Schlaf belastet den Organismus. Stress und eine ungesunde Lebensweise fördern die Entstehung von Angst.

Unbewusst werden negative Erfahrungen gespeichert. Im Laufe des Lebens wird jeder Gedanke, jedes Erlebnis und die damit erlebten Gefühle gespeichert. Jedes Gefühl ist mit einer bestimmten Situation verbunden, sind diese negativ gespeichert werden sie auch negativ wieder erinnert. Das Gehirn ist merkt sich Dinge vor denen sie gewarnt wurden. Katastrophenberichte aus Fernsehen und Zeitung, selbst Situationen in denen jemand anderes ängstlich reagiert hat ist im Gehirn abgespeichert. All dies kann in der Summe Angst auslösen. Angst muss nicht zwingend selbst erlebt werden, Angst wird gelernt. Tatsächlich ist die Beobachtung von ängstlichem Verhalten ein entscheidender Faktor bei der Entstehung von Angst.

Angst ein erlerntes Verhalten

Wenn man davon spricht das Angst erlernt wird, ist nicht das herkömmliche Lernen im Sinne von Wissenserwerb gemeint. Vielmehr bedeutet Angst lernen, eine Veränderung des Verhaltens aufgrund von Erfahrung. Die Psychologie sagt, da Angst erlernt wird kann sie auch wieder verlernt werden. Ich finde das ist eine gute Nachricht.

John B. Watson, ein amerikanischer Psychologe führte 1920 ein Experiment durch. An diesem berühmten und fragwürdigem Versuch an einem Kind zeigte er das Angst ein Lernprozess ist.

Albert, ein 11 Monate altes, gefühlsstabiles Kind, spielte ohne Scheu mit Tieren und Gegenständen, die man ihm gab. Er zeigte keine Angst vor Ratten oder Kaninchen. Er zeigte wie alle Kinder seines Alters eine Schreckreaktion auf unerwartet, laute Geräusche. Schlug man hinter seinem Rücken mit einem Hammer auf eine Metallstange, begann er zu schreien.

Als er gerade eine weiße Ratte streichelte, ertönte das laute Geräusch und Albert erschrak und begann zu weinen. Nach mehreren Wiederholungen „Ratte plus Lärm“ begann Albert allein beim Anblick der Ratte ohne Lärm zu weinen. Das Kind hatte die Angst vor dem Tier erlernt. Wenn der ursprüngliche neutrale Reiz (die Ratte) mit dem Angst auslösenden Reiz (der Lärm) gekoppelt wird, dann löst auch der neutrale Reiz die Angstreaktion aus. Das Kind hatte gelernt, die Ratte als Signal für das Angst erzeugende Geräusch anzusehen.

Albert reagierte aber nicht nur auf den Anblick der Ratte mit Angst, er zeigte auch eine deutliche Angstreaktion gegenüber anderen Felltieren. Er reagierte auf ein Kaninchen oder einen Hund, sogar auf einen Pelzmantel mit Angst. Albert verallgemeinert (= generalisiert) die Angst auf alle Objekte, die dem ursprünglichen konditionierten Reiz ähnlich waren.

Natürlich sind nicht alle Phobien auf Konditionierungsprozesse zurückzuführen. Es werden dabei wichtige Aspekte außer Acht gelassen. Bei jeder Angstreaktion spielen negative Gedanken eine wichtige Rolle. Daher muss bei der Angstbewältigung immer die Veränderung der Gedanken im Mittelpunkt stehen. Das Wissen über die Angst bringt noch keine Besserung doch es hilft das eigene Verhalten zu verstehen.

Positive Aspekte der Angst

Es ist falsch Angst als persönliches Versagen zu betrachten. Deshalb ist mir wichtig, an dieser Stelle noch einmal positive Aspekte der Angst hervorzuheben. Angst ist ein Alarmsignal, das eine schützende Reaktion auslöst, deren Ablauf im Ablauf im Stammhirn, dem ältesten Teil des menschlichen Gehirns, gespeichert ist.

  • Angst ist Lebenswille. Bedrohlichen Situationen kann rechtzeitig ausgewichen werden
  • Angst ist der innere Antrieb das eigene Leben dem Zufall zu entreißen.
  • Angst ein Zustand der Erregung stellt große Energiereserven bereit

Angst ist äußerst unangenehm, jedoch nicht gefährlich. Angst will verstanden werden. Suche dir Hilfe und setze dich mit deinem Verhalten und Gedanken aktiv auseinander. Nimm dein Leben in die Hand.

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Wer diesen Artikel geschrieben hat? Lies hier über mich, Kerstin die Blog Autorin. 

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